Als ich den oben genannten Spruch gelesen habe, konnte ich ihn lange Zeit nicht mehr los werden. In dieser Zeit habe ich meinen gewöhnlichen und unspektakulären Alltag genauer unter die Lupe genommen. Erst da wurde mir bewusst, wie glücklich mich mein Alltag eigentlich machen sollte.
Jeden Morgen spaziere ich durch einen Wald zur Schule. Normalerweise ist mein Ziel, einfach so schnell wie möglich in der Schule zu sein, damit der Morgen schneller vergeht und ich wieder nach Hause und etwas essen kann. (Ja, Essen hat eine hohe Priorität, haha)
Letzte Woche habe ich meine Musik mal ausgeschalten, um die Geräusche um mich herum wahrzunehmen. Erst da merkte ich, dass die Vögel wieder zwitscherten. Und was für ein schönes Gefühl es ist, zur Morgenstunde durch den Wald zu gehen.
Auch in der Schule hat sich meine Wahrnehmung verändert. Diese Feindlichkeit, welche jeder Schüler (denke ich zumindest) hat, ist stark zurück gegangen. Damit möchte ich nicht sagen, dass ich jetzt plötzlich unglaublich gerne all diese Mathe Formeln lerne oder so. Nein, aber ich verspüre eine leichte Dankbarkeit der Schule gegenüber. Denn wenn ich ehrlich bin, dann stünde ich ohne der Schule so ziemlich ohne Freunde da. Denn ein richtiges Gruppen-Hobby habe ich nicht.
Auch wenn es einfach nur ein ganz gewöhnlicher Tag ist, habe ich manchmal einfach Lust, die Augen zu schliessen und kurz die Zeit zu stoppen. Wie lange werde ich noch jeden Tag an diese Schule gehen? 20 Wochen! 20 Wochen und dann ändert sich mein Alltag, welcher ich für so unspektakulär gehalten habe.
Ich werde dann nicht mehr durch den Wald zur Schule gehen und die Vögel zwitschern hören.
In der Pause werde ich nicht mehr mit meinen Freunden Volleyball spielen, weil wir alle auf einer anderen Berufsschule sein werden.
Es sind nur noch 20 Wochen. Und in diesen 20 Wochen möchte ich den momentan unspannenden Alltag einfach nur noch geniessen. Denn ich bin mir sicher:
Es wird nachher niemals mehr so sein wie damals!
Und ich möchte mich nicht ärgern, dass ich die Zeit nicht genossen habe. Finde Freude am Gewöhnlichem!
Ich werde diese 20 Wochen in vollen Zügen geniessen. Und du?
Sonntag, 5. März 2017
Montag, 20. Februar 2017
Mit 18 gewann ich die erste WM (Interview mit Denise Biellmann)
Ich hatte das Privileg eine der bekanntesten Eiskunstläuferin zu treffen und ihr einige Fragen zu stellen.
Beschreibe das Eiskunstlaufen in drei Worten
Es ist schwierig dies in drei Worten zu beschreiben. Aber
sicherlich Kunst, Sport und Leidenschaft.
Wann standst du das erste Mal auf den Schlittschuhen?
Richtige Schlittschuhe bekam ich mit fünf Jahren. Meine
Mutter nahm mich immer mit auf das Eis, da sie selbst etwas üben wollte. Sie
ist sehr gerne Schlittschuh gefahren. Ich tat es ihr nach und übte selbst in
einer Ecke. Die Leidenschaft für das Eiskunstlaufen war sofort da gewesen.
Was ist vor einem
schwierigen Sprung besonders wichtig?
Die Konzentration und der Respekt davor. Ohne Konzentration ist die Verletzungsgefahr sehr hoch. Vor allem bei den
Dreifach-Sprüngen.
Hast du dich beim
Eiskunstlaufen schon mal schwer verletzt?
Nein, nie. Ich hatte in meiner Karriere Glück gehabt. Klar,
ich bin manche Male auf das Steissbein gefallen. Oder hatte blaue Flecken. So
in diese Art. Aber sonst, wirklich nichts gravierendes. Aufgrund des
Eiskunstlaufens musste ich noch nie etwas operieren.
Wurden die Ansprüche
in der Eiskunstlauf-Branche höher?
Nun, damals war ich meiner Zeit voraus gewesen. Ich konnte
alle fünf Dreifach-Sprünge mit 13 Jahre. Und dies ist auch heute noch der
Stand. Die, die an der WM antreten, machen noch immer fünf verschiedene
Dreifach-Sprünge. Damals war ich die erste Frau, welche diese fünf
Dreifach-Sprünge beherrschte. Ausser mir gab es nur drei weitere Männer, welche
die fünf Dreifach-Sprünge ebenfalls konnten. Jetzt beherrschen die Sprünge mehr
Leute.
Was ist deine schönste Erinnerung an deine Karriere?
Sicherlich mein erster WM-Titel. Schon mit sieben Jahren war
es mein Traum gewesen, einmal an der WM zu gewinnen. Als ich meinen Traum mit
18, also elf Jahre später erreichte, war dies ein hammer Gefühl. Ein Jahr
vorher gewann ich an der Olympiade die Kür.
Weitere Erinnerungen sind ebenfalls die elffachen Siege bei
den Profi-Weltmeisterschaften. Das war jedes Mal toll gewesen.
Was heisst für dich „erfolgreich?“
Nun, wenn ich zurück schaue, dann ist dies, was ich erreicht
habe für mich wirklich erfolgreich, hihi. Ich habe eigentlich alles erreicht.
Ich wurde sogar als erste Schweizerin in die „World Figure Skating Hall of
Fame“ aufgenommen. Und dies ist mit einem Ritterschlag zu vergleichen. Denn man
wird dort nicht aufgenommen, wenn man Weltmeisterin geworden ist, sondern wenn
man Geschichte geschrieben hat. Ich war die erste Frau, welche einen Dreifach
Lutz geschafft hat, alle fünf Dreifach-Sprünge beherrscht und eine eigene
Pirouette, die Biellmann Pirouette hat.
Wenn du dein jüngeres Selbst treffest, welchen Ratschlag würdest du ihr mitgeben?
Ähmm, schwierig. Wenn man älter wird, nimmt man Dinge viel
bewusster wahr und geniesst es mehr. Wenn man jünger ist, ist dies nicht
selbstverständlich. Sicher man findet es toll und ist glücklich und all das,
doch wenn man älter ist, schätzt man es noch mehr.
Hast du in deiner
Jugend aufgrund des Eiskunstlaufens vieles verpasst?
Nun, ich habe eigentlich auch alles gemacht. Allerdings war
es eingeschränkter, da ich jeden Tag vier Stunden trainierte. Ich ging auch in
die Disco und besass ein Motorrad. Es ist wichtig, dass man nicht auf alles
verzichtet, da es sonst irgendwann nur noch verkrampft wird. Die Freude ist
ganz wichtig am Sport. Wenn du auch andere Dinge machen kannst, dann bleibt die
Freude am Sport. Viele machen es oft einfach zu verbissen. Wenn ich am Abend
mal feiern war, dann ging ich am nächsten Tag trotzdem trainieren und war dann
noch motivierter. Wenn man allerdings älter wird, klappt dies nicht mehr so
ganz, hihi. Da braucht man dann schon seinen bestimmten Schlaf. Aber früher war
dies anders.
Wie sah es mit den schulischen Leistungen aus?
Nun, ich war gut in der Schule. Durch das Eiskunstlaufen
wurde ich keineswegs schlechter. In den letzten drei Jahren hatte ich
Privatunterricht, damit ich zuerst trainieren und danach zur Schule konnte.
Wie sieht dein normaler Tagesablauf aus?
Im Winter trainiere ich am Morgen oder über den Mittag für
mich selbst. Danach habe ich eine halbe Stunde Pause, bevor meine Schüler kommen.
So unterrichte ich etwa von 14 bis 18 Uhr. Zweimal in der Woche unterrichte ich
auch das Konditionstraining. Meine Läufer sind alle Spitzensportler und
besuchen Sportschulen. Wenn ich selbst beim Konditionstraining mitmache, dann
ist dies motivierend für meine Schüler und auch gut, damit auch ich trainieren
kann. Nebenbei mach ich für mich auch noch Zumba und Tae Bo. Oft habe ich auch noch
viele andere Projekte, wie Auftritte im Fernsehen.
Im Sommer verläuft der Tagesablauf eigentlich ähnlich. Da
haben meine Schüler und ich einfach die Hallen zum Trainieren.
Gibt es noch Ziele, welche du erreichen möchtest?
Mein Schwerpunkt ist es auf dem Eis zu bleiben. Vor allem
durch Coaching. Ich möchte meine Schüler an die Spitze bringen. Meine Läufer
sind alles schon Schweizer Meister Läufer. Und dies kann man nur ab einem
gewissen Alter und ab gewissen Test, welche man absolviert hat. Erst dann kann
man an den Schweizer Meisterschaften teilnehmen.
Ich habe gesehen,
dass du auch Instagram hast. Was hältst du denn von sozialen Netzwerken?
Ich habe gesehen,
dass du auch Instagram hast. Was hältst du denn von sozialen Netzwerken?
Nun, ich habe immer noch kein Facebook. Aber Instagram fand
ich wirklich noch lustig. Durch meine Schüler kam ich auf Instagram. Sie haben
mir dies eingerichtet. Ich habe sogar auch Snapchat. Dies finde ich wirklich
lustig. Für ein paar Fotos und so. Ich habe halt gefunden, dass ich vielleicht
auch mit der Zeit mitgehen sollte. Und es macht eigentlich noch Spass.
Montag, 13. Februar 2017
Gibt es ein Individuum in der normalen Arbeitswelt?
Es ist Abend. Ungefähr halb sieben. Ich war den ganzen Tag in der Buchhandlung, in der ich nächstes Jahr meine Lehre starten werde. Nach einem produktiven Tag sitze ich nun alleine im Bus. Im Bus, welcher am Bahnhof noch auf den Zug wartet, bevor er dann endlich losfährt.
Als der Zug dann endlich kommt, stürmt eine grosse Menschenmenge auf den Bus zu. Alle im gleich schnellen Takt. Mit gesenkten Köpfen und erschöpften Mienen.
Der Bus ist innerhalb von einer Minute gefüllt. Doch da ist kein Gelächter. Keine Gespräche oder Diskussionen. Alle starren müde aus dem Fenster oder auf das Handy. Alle. Ich selbst eingenommen. Alle verhalten sich genau gleich.
Man versucht stets individuell zu sein. Doch kann man ein Individuum in der normalen Arbeitswelt sein?
Als normaler Arbeiter steht man am Morgen auf, geht zur Arbeit und am Abend wieder nach Hause. Völlig erschöpft und ausgepresst. Wie kann man sich denn da von den anderen unterscheiden?
Ich erinnere mich, als ich mit einigen Freundinnen am Bahnhof auf unsere Klasse wartete, weil wir einen Tagesausflug machen wollten. Wir ärgerten uns, dass wir schon so früh hier standen und nun noch so lange warten mussten. So standen wir dort in einem Kreis.
Ein junger Mann, welcher, von der Kleidung her, wahrscheinlich auf dem Bau arbeitet, schien uns gehört zu haben. Er kam zu uns und meinte:
"Das ist doch nicht schlimm. Besser so, als das ihr wie all die anderen mit ernster Miene aus dem Zug steigt und im gleichen Schritt hintereinander her läuft."
Schon damals brachte mich dieser junge Mann zum Grübeln. Wie Recht er doch hatte. All diese Arbeitsmenschen, welche genau im gleichen Schritt hintereinander her laufen. Dadurch, dass wir warten mussten, stachen wir von der Menschenmenge heraus. Und dieser junge Mann scheint dies gemerkt zu haben.
Wenn man so darüber nachdenkt, dann ist dieses Thema eigentlich viel verzwickter, als man es erwartet. Was denkst du? Kann man in der normalen Arbeitswelt individuell sein?
Als der Zug dann endlich kommt, stürmt eine grosse Menschenmenge auf den Bus zu. Alle im gleich schnellen Takt. Mit gesenkten Köpfen und erschöpften Mienen.
Der Bus ist innerhalb von einer Minute gefüllt. Doch da ist kein Gelächter. Keine Gespräche oder Diskussionen. Alle starren müde aus dem Fenster oder auf das Handy. Alle. Ich selbst eingenommen. Alle verhalten sich genau gleich.
Man versucht stets individuell zu sein. Doch kann man ein Individuum in der normalen Arbeitswelt sein?
Als normaler Arbeiter steht man am Morgen auf, geht zur Arbeit und am Abend wieder nach Hause. Völlig erschöpft und ausgepresst. Wie kann man sich denn da von den anderen unterscheiden?
Ich erinnere mich, als ich mit einigen Freundinnen am Bahnhof auf unsere Klasse wartete, weil wir einen Tagesausflug machen wollten. Wir ärgerten uns, dass wir schon so früh hier standen und nun noch so lange warten mussten. So standen wir dort in einem Kreis.
Ein junger Mann, welcher, von der Kleidung her, wahrscheinlich auf dem Bau arbeitet, schien uns gehört zu haben. Er kam zu uns und meinte:
"Das ist doch nicht schlimm. Besser so, als das ihr wie all die anderen mit ernster Miene aus dem Zug steigt und im gleichen Schritt hintereinander her läuft."
Schon damals brachte mich dieser junge Mann zum Grübeln. Wie Recht er doch hatte. All diese Arbeitsmenschen, welche genau im gleichen Schritt hintereinander her laufen. Dadurch, dass wir warten mussten, stachen wir von der Menschenmenge heraus. Und dieser junge Mann scheint dies gemerkt zu haben.
Wenn man so darüber nachdenkt, dann ist dieses Thema eigentlich viel verzwickter, als man es erwartet. Was denkst du? Kann man in der normalen Arbeitswelt individuell sein?
Sonntag, 5. Februar 2017
Zeit ist eine Erfindung der Menschen, Leben die des Universum
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